Einige Eindrücke von der Podiumsdiskussion zu Digitalität in Wissenschaft und Gesellschaft

Foto von der Digital Humanities Cooperation (@DHCooperation)

Am Freitag fand die Diskussionrunde “Wer treibt hier wen? – Digitalität in Wissenschaft und Gesellschaft” an der TU Darmstadt statt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Podium arbeiten alle in Ihrer Forschung an Digitalisierung, mit Daten oder Berechnungsverfahren. Das Zentrum für Computational Engineering war durch Alexandra Schwartz und mich vertreten. Die Diskussion war lebhaft und mit engagierter Publikumsbeteiligung. Das Podium war sich einig, dass sich die Wissenschaft weiterhin die Zeit nehmen muss, die notwendig ist, um belastbare Ergebnisse zu erzielen, und sich nicht von gesellschaftlichen Entwicklungen treiben lassen darf. Das gilt für klassische Forschung wie auch in der Citizen Science. Als positives Beispiel wurde die langfristige Forschung (bis 2038) im Projekt für altägyptische Kursivschriften diskutiert.
Die Wissenschaft hat es selber in der Hand eine Kultur zu etablieren, die offen ist und die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters zur Kommunikation nutzt, aber die Kontrolle nicht aufgibt. Es wurde z.B. hinterfragt ob es zweckmäßig ist, dass unfertige Ergebnisse getwittert werden und es wurden Notwitter-Symbole für Konferenzen vorschlagen. Das gleiche gilt für die Verbreitung von Forschungsdaten, die zwar im Interesse der Forschenden ist, aber deren Verwendung ggf. durch Lizenzen eingeschränkt werden kann oder muss.
Auch die treibende Kraft der Wissenschaft wurde angesprochen, z.B. erlauben es die Verfahren des Computational Engineering Produkte schneller auf den Markt zu bringen als früher und Verfahren zur Datenanalyse können Wahlen beeinflussen. Während des Science-Apéro wurde an Tisch 4 daher viel über die Notwendigkeit der (gesetzlichen) Folgenabschätzung von Technik diskutiert.
Weitere Impressionen sind bei Twitter von @DHCooperation, @linglitTUDA und @luiseborek zu finden.